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Netzpolitik Teil 2

01.06.2012 Kein Kommentar

Das Internet hat einen enormen Einfluss auf alle Bereiche der Gesellschaft. „Nie zuvor stand so vielen Menschen auf dieser Welt diese Fülle an Information zur Verfügung“, erklärte die Professorin der Berkeley Universität, Pamela Samuelson, bei einem Vortrag im österreichischen Parlament. Aber es hat auch die Art wie wir arbeiten, einkaufen, reisen ect. radikal verändert. In vielen Bereichen ist man besser dran, wenn man online unterwegs ist. Zum Beispiel ist ein Bahnticket in Österreich billiger, wenn man es online kauft und nicht am Schalter.

Das ist eine klare Benachteiligung von Personen, die das world wide web noch nicht ihr Eigen nennen. Das verschärft die Kluft zwischen jung und alt. Zwischen arm und reich. Die Annahme, das Internet würde die soziologische Spaltung der (realen) Gesellschaft aufheben, ist falsch. In Österreich sind noch immer 20 Prozent der Bevölkerung ohne Internetzugang.

Unverzichtbare Anbindung

„Der Zugang zum Breitbandinternet ist in der digitalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ähnlich unverzichtbar wie der Anschluss ans Straßen-, Kanal- und Straßennetz“, steht im Positionspapier für eine progressive Netzpolitik der SPÖ-Parlamentsfraktion. Die Abgeordnete Elisabeth Hackel erzählt nach dem Vortrag von Samuelson, wie schwierig es für kleine Gemeinden im ländlichen Raum ist, einen Breitbandinternetzugang zu erhalten.

Achtzehn Millionen Menschen weltweit sind noch ohne Internetzugang. In Entwicklungsländer sind 80 Prozent der Bevölkerung ohne Netz. In einer Studie des US-Forschers Martin Hilbert von der University of Southern California wird deutlich, dass zwar mehr Menschen online sind als noch vor Jahren, jedoch gibt es massive Unterschiede in der Infrastruktur zwischen Wohlstandstaaten und ärmeren Ländern.

Entwicklungsunterschiede

2001 betrug die durchschnittlich verfügbare Bandbreite (Festnetz) pro Bürger in den OECD-Staaten 32 Kilobit pro Sekunde. In Nicht-OECD-Staaten nur drei Kilobit pro Sekunde. 2010 steht die rasante Entwicklung von 3.200 Kilobit/Sekunde/Person wohlhabender Ländern im krassen Gegensatz zu 275 Kilobit pro Sekunde und Einwohner in Entwicklungsländern. Das entspricht der langsamen EDGE-Technik im Mobilfunk.

Frankreich und Finnland beispielsweise haben den Internetzugang bereits als Menschenrecht festgeschrieben. In vielen Ländern fehlt dieser Punkt schlichtweg auf der politischen Agenda. Zu wenige Politiker sind Kenner der Materie. Es darf einen also nicht wundern, dass die Digital Natives aufschreien und eine Wende fordern.

Linktipp:

University of Southern California

Pamela Samuelson

heise.de