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Sammle Daten in der Zeit, dann hast du in der Not…

19.02.2012 4 Kommentare

Irgendjemand hat sich in einer stillen Minute gedacht – vermutlich war es einer, der angesichts der Unlösbarkeit einiger Fälle verzweifelt war, oder aber auch einer, der zur Ungeduld neigte und der in den unendlichen Weiten des world wide web die Lösung jedes Ermittlungschaos zu finden hoffte – wie es wohl wäre, stünden alle Daten aller User sofort zur Verfügung.

Und dieser Jemand hatte anscheinend die Macht, oder auch mächtige Freunde, die es möglich machten, eine Richtlinie zu erlassen – Vorratsdatenspeicherung genannt. Argumentiert wird sie durch die verheerenden Terroranschläge auf das World Trade Center im Jahr 2001 und in 2004 in Madrid. Seither läuft die Maschinerie der Befürworter, die sich mit Fahndungserfolgen schmücken wollen, und dies obwohl die Vorratsdatenspeicherung lediglich eine Erhöhung der Aufklärungsquote von 0,006 Prozent bringen würde. Der Aufwand und die Kosten stehen also in keinerlei Verhältnis zum Ergebnis.

Worum geht’s?

Unter einer Vorratsdatenspeicherung (VDS) (euphemistisch auch: Mindestdatenspeicherung[1]) versteht man die Speicherung personenbezogener Daten durch oder für öffentliche Stellen, ohne dass die Daten aktuell benötigt werden. Sie werden also nur für den Fall gespeichert, dass sie einmal benötigt werden sollten. In der rechtspolitischen Debatte bezieht sich der Begriff meist auf die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikations-Verbindungsdaten. Diese betrifft die Verpflichtung der Anbieter von Telekommunikationsdiensten zur Registrierung der Verbindungsdaten von elektronischen Kommunikationsvorgängen, ohne dass ein Anfangsverdacht oder eine konkrete Gefahr besteht (Speicherung bestimmter Daten auf Vorrat). Erklärter Zweck der Vorratsdatenspeicherung ist die verbesserte Möglichkeit der Verhütung und Verfolgung von schweren Straftaten.

Welche Daten sollen denn nun gespeichert werden?

Gespeichert werden Verkehrsdaten:

  • Telefonate: Nummer des Anrufers, Nummer des Angerufenen, Zeitpunkt und Dauer
  • Handytelefonate und SMS: zusätzlich zu oben genanntem: die Funkzellen, in denen der Anruf getätigt wird (von Anrufer und Angerufenem)
  • E-Mail: Absenderadresse und Emfängeradresse, IP Adresse des Einlieferungsclients und der jeweiligen Mailserver, IP Adresse des abholenden Clients,
  • Webmail: IP Adresse des Browsers.
  • Chat: IP Adresse der Clients, Server, …

Diese Verbindungsdaten müssen dann für die Beauskunftung mit den Stammdaten (Name, Adresse des Benutzers) verknüpft werden.

Wer muss speichern?

Wer Verkehrsdaten speichern muss, gibt die Reguliertungsbehörde vor. Definiert wird von der RTR, dass dies Kommunikationsdienste-Anbieter sind, welche Leitungen und Telekommunikationsdienste, Telefondienste, Dienste der elektronischen Post (E-Mail), Internetzugangsdienste (also beispielsweise Telefon-, Handy-, E-Mail, VoIP oder Internetzugangsdienste) öffentlich zugänglich anbieten. Inhalte werden nicht gespeichert.

Anmerkung: Die emerion WebHosting GmbH ist als Hosting-Provider laut Regulierungsbehörde kein Kommunikationsdienste-Anbieter und somit von der Vorratsdatenspeicherung ausgenommen.

(Quelle: Wikipedia)

 

4 Kommentare »

  • Richard Hubatka meint:

    Gut zu wissen das Emerion von der Voratsdatenspeicherung ausgenommen ist. Ich gehe aber davon aus das Emerion freiwillig Daten speichert wie z.B. Datentransaktionsvolumen und andere Parameter. Wie lange werden kundenbezogene Verkehrsdaten aufbewahrt sofern sie nicht billingrelevant sind und um welche Daten handelt es sich?

  • emerion meint:

    Wir speichern Verkehrsdaten nur so lange sie notwendig sind und sie werden gar nicht aufbewahrt, sofern sie nicht für die Verrechnung gebraucht werden. Daten, die für die Verrechnung gebraucht werden, werden nach der Verrechnung wieder gelöscht. Grundsätzlich handelt es sich bei Verkehrsdaten um Verbindungsdaten im E-Mail und HTTP (Web) Verkehr. Die Auswertung dieser Daten ist für uns für den technischen Betrieb und das Erkennen von Unregelmäßigkeiten wichtig. Die Auswertungen beziehen sich jedoch nur auf das System und nicht in Bezug auf das Kundenkonto. Eine Verknüpfung mit den Kundendaten findet bei uns grundsätzlich nicht statt. Die einzige Zuordnung findet zur Domain statt, wenn sich der Kunde die Verbindungsdaten zu seinem Webserver (Logfile) selbst speichert. Hier hat man als Kunde die Möglichkeit, die Daten bis zu 40 Tagen lang am Server aufzuheben. In unseren AGB sind die Verbindungsdaten unter Punkt 7.4. geregelt (http://www.emerion.com/policies)

  • Da Dirnbocher meint:

    Könnt ihr bitte (hier oder in einem eigenen Blogartikel) erklären, wie das mit der VDS wirklich (!) funktioniert?

    Oben steht, dass E-Mail-Absender und -Empfänger gespeichert werden.

    Gleichzeitig sagt ihr, dass ihr nicht speichern müsst.

    Wenn ich nun von zu Hause eine EMail verschicke, mich dabei via Telekom-ADSL mit eurem Mailserver (oder einem “Mailserver” einer bei euch gehosteten Domain) Verbindung aufnehme und eine E-Mail einliefere, die von euch dann weiterverteilt wird, wer speichert dann die Absender und Emfängeradresse?

    Nach meinem Verständnis speichert die Telekom, “nur” die mir zugewiesene IP und die IP eures Mailservers, damit ist die Verbindung von mir zu Euch gespeichert. Die Telekom speichert aber keine Info über die Inhalte/IP-Pakete die ich an Euch übermittelt habe, also auch keine darin enthaltenen Mailadressen, oder?

  • Roland Giersig meint:

    Kleine Korrektur: nach §102a TKG sind Chat-Verbindungen nicht zu speichern:

    http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20002849