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Wir fordern die Freiheit!

19.01.2012 2 Kommentare

Manche kuscheln „danach“, manche rauchen eine Zigarette, manche diskutieren übers Urheberrecht. Nein, das wird hier keine Abrechnung mit „dem Feind in meinem Bett“. Aber man hat mir vorgeworfen, die Freiheit im Internet wäre mein Lieblingsthema und seither denke ich darüber nach, was daran schlecht sein soll?

Schwarzer Protest

Ich bin mit meiner Vorliebe wohl nicht allein. Gestern verschwanden Teile des Internet in einem schwarzen Loch. Es war dies der größte koordinierte Protest im Internet. Die englischen Seiten der Online-Enzyklopädie Wikipedia blieben schwarz. Google legte in den USA einen schwarzen Balken über den bunten Schriftzug. In Deutschland machten der Chaos Computer Club, die Grünen und die Piratenpartei ebenfalls mit schwarzen Seiten auf die Problematik aufmerksam.

SOPA und PIPA – zwei gefährliche Gesellen

Der Widerstand richtet sich gegen zwei Gesetze, die im amerikanischen Senat und Repräsentantenhaus derzeit beraten werden: SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) – wir haben bereits darüber berichtet. Die Frage ist, dürfen Politiker, die sich schon als Internetexperten sehen, wenn sie mit einem Laptop durch die Sitzungssäle schlendern, Gesetze erlassen, die eine gravierende Auswirkung auf das Internet haben? Getrieben von Lobbyingverbänden, die Einzelinteressen vertreten und ihr längst nicht mehr adäquates Geschäftsmodell krampfhaft gegen den Lauf der Zeit verteidigen wollen.

Funktionierendes Massenmedium

Eines sei hier klar gestellt: Die Urheberrechte für Filme, Musik, Text ect. müssen geschützt werden! Aber Entwürfe für Gesetze, die im www nur eine Spielwiese für Geeks und Nerds sehen und verkennen, dass sich ein weltweites Massenmedium keine handwerklichen Fehler im Interesse einzelner erlauben darf, sind vehement zurückzuweisen.
Da hilft es auch nichts, dass ein Rupert Murdoch seit Tagen seinen Frust via Twitter kundtut. Präsident Obama wird sich wohl fragen müssen, ob es das wert ist, dass die USA einer ihrer letzten Wirtschaftsstärken, die Internetinnovationen, auf Grund von Partikularinteressen einbüßen muss.

Aus für Facebook und Co.

Sozialen Netzwerken würde wohl das Aus drohen, denn schon die bloße Ermöglichung ein Urheberrechtsvergehen auf einer Site, ist verboten. Ein Grund warum Facebook, Google und Co. äußerst empfindlich reagieren. Noch ein Beispiel: Um einzelne Seiten vom Netz zu nehmen muss man sie über das Domain Name Service (DNS) blockieren, was bedeutet, man muss dieselben Mittel wie Hacker anwenden und User auf falsche Seiten umleiten. Deshalb wurde vor Kurzem das DNS mittels DNSSEC abgesichert. SOPA/PIPA würde diese sicherheitsrelevante Maßnahme obsolet machen.

Anmerkung:
Der Gesetzesentwurf ist unserer Meinung nach rigoros abzulehnen! emerion bietet nicht nur Hosting Dienstleistungen sondern steht auch für die Freiheit im Internet – im Sinne aller User – und für ein sicheres Angebot für unsere Kunden, die nicht in die Haftung genommen werden. Wir lehnen Piraterie und echte Urheberrechtsverletzungen selbstverständlich ab! Wir fordern daher, dass die Gesetzgebung die Verstöße gezielt dort bekämpfen soll, wo sie begangen werden und nicht die Internet Industrie dafür zur Verantwortung zu ziehen. Daher sehen wir unsere Rolle nicht nur als Webhoster, sondern auch als Schützer der Rechte unserer Kunden.

 

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