SOPA und andere Seifenblasen
Tja, wer hätte das gedacht, „der Bürger“ wird mündig. Demokratie pur nennt man das. Oder das Imperium schlägt zurück, wie auch immer. Wutbürger proben die Emanzipation und Transparenz ist keine leere Floskel mehr. Seit die Hackergruppe Anonymous immer mehr Sicherheitslücken, aber auch Vergehen einzelner Unternehmen/Politiker, aufdeckt, ist Schluss mit lustig.
Cerf versus Berners-Lee
Ja, das Internet ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Ein demokratiepolitisch ungeahnt mächtiges Instrument. Der Schrecken jedes totalitären Systems. Dieser Tage kamen sich die Väter des World Wide Web, Sir Tim Berners-Lee, und des Internet, Vint Cerf, in die Haare. Während für Berners-Lee der Zugang zum Internet ein Menschenrecht darstellt, um das Leben aller besser zu machen und die digitale Kluft zu schließen, ist für Cerf die Technik lediglich ein Mittel zum Zweck. Ein Werkzeug, das es ermögliche, Rechte durchzusetzen, nicht ein Recht an sich.
Eine spannende Diskussion, die zeigt, dass wir versuchen Wege zu finden, den Umgang mit der Technik mit unseren Werten und unserer Ethik in Einklang zu bringen. Ein Weg, der in vielerlei Hinsicht noch nicht gefunden ist. Die Liste ist lang, angefangen vom Datenschutz über die verpflichtende Speicherung von Daten, bis hin zum ewigen Thema des Urheberrechts.
SOPA
Der Stop Online Piracy Act (SOPA), auch bekannt unter dem Kürzel H.R. 3261, ist ein Gesetzentwurf, der am 26. Oktober 2011 im US-amerikanischen Repräsentantenhaus vom Abgeordneten Lamar S. Smith (R-TX) und einer Gruppe von 12 Unterstützern eingebracht wurde. Das Gesetz soll amerikanischen Copyright-Inhabern ermöglichen, die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte wirksam zu behindern.
Widerstand regt sich
Allerdings wird dieses Gesetz heftig bekämpft – unter anderem von Vint Cerf – und liegt derzeit auf Eis. Es würde ermöglichen diverse Seiten ohne Gerichtsbeschluss vom Netz zu nehmen und (angeblich) illegale Inhalte einfach zu löschen. Auch Suchmaschinen sollen nicht mehr auf diese vermeintlichen Urheberrechtsverletzungen verweisen dürfen. Und wieder einmal sollen Internetprovider dazu verpflichtet werden, ihre Kunden auszuspionieren. Gegner setzen diese Praktiken der Zensur in China oder dem Iran gleich.
Goliath gegen Goliath
Aber der Druck der Bevölkerung wird größer. Die User lassen sich nicht bevormunden. Das macht es Unternehmen wie Google oder Sony Electronics leichter, gegen diesen Gesetzesentwurf aufzutreten. So waren dem Domain Registrar Go Daddy kurzerhand tausende Kunden davon gelaufen, weil dieser SOPA unterstützt hatte. 1&1 wiederrum sprach sich offen gegen dieses Gesetz aus und informierte die Bevölkerung umfassend.
Dieser Kampf wird noch spannend, denn die Treiber des Ganzen, die Recording Industry of America (RIAA) und die Motion Picture Association of America (MPAA) und weitere große Entertainment-Konzerne geben sich sicher nicht so leicht geschlagen!
Quelle: Wikipedia


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